Kurs

Ciacona und Passacaglia II – Kammermusikalische Phänomene im Zusammenspiel von historischer Violine und großer historischer Orgel

Interpretationskurs für historische Violine und Orgel an der historischen Ehrlich-Orgel der evangelischen Stadtkirche Bad Wimpfen

Stimmtonhöhe

465 Hertz

Zielgruppe

Haupt- und nebenberufliche Organisten, Studierende; Haupt- und nebenberufliche Geiger, Studierende; Die Teilnahme ist aktiv oder passiv möglich.

Referenten

Claudia Hoffmann
historische Violine, Leipzig

Roland Dopfer
historische Orgel, Bremen

Termin

Freitag, 03.10.2012, ab 10 Uhr

Kosten

€ 50, Schüler und Studierende € 25

Anmeldung

Anmeldung bis zum 15.09.2012 bei Renate Lüdeking-Schreiber: info@orgelverein.de

Informationen

Für die historische Violine ergeben sich völlig andere klangliche Möglichkeiten im Zusammenspiel mit großer Orgel als wir sie im Zusammenspiel mit Cembalo oder Truhenorgel kennen.

Die teils recht bekannten Werke erhalten durch die klanglichen Möglichkeiten der unterschiedlichen Registrierungen völlig neue Dimensionen und erfordern eine entsprechende Spielweise.

Historisch gesehen ist die große Orgel neben dem Cembalo das eigentlich richtige Instrument für diese Art der Kammermusik. 

Die Erforschung der Generalbasstechnik in Verbindung mit den Klangspektren der Violine einerseits und den vielfältigen Orgelregistern andererseits ermöglicht neue Perspektiven in der Interpretation historischer Kammermusik.

Repertoire

Die Improvisation nimmt in der Musik des 17. Jahrhunderts einen weiten Raum ein. Viele der virtuosen Geigensonaten sind beispielhaft notierte Improvisationen und geben möglicherweise Raum für weitere Improvisationen.

Durch ein Vertraut werden mit der Sprache dieser Musik und einem Verständnis der Verzierungen und Improvisationen in diesem Stil entsteht ein Grundverständnis, das eigene spontane Improvisationen möglich macht sowie eine Spielweise des Geschriebenen, die wie eine eben erfundene Improvisation klingt.

Johann Heinrich Schmelzer (1623 – um 1680)
aus „Sonatae unarum fidium“
Sonata Tertia

Johann Heinrich Döbel
Aus der Sammlung des Fürstbischofs von Kremsier
Sonata e-moll

Anonym
aus der Sammlung des Fürstbischofs von Kremsier
Sonata d-moll

Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 – 1704)
Sonata sesta c-moll

Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 – 1704)
1. Rosenkranzsonate
Jesus, den du, o Jungfrau vom Heiligen Geist empfangen hast
„Die Verkündigung“
Präludium – Variatio / Aria allegro – Variatio / Adagio / Finale

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Sonata e-Moll BWV 1023
(Prelude – Allegro) – Adagio ma non tanto – Allemande – Gigue

Johann Adam Birkenstock (1687 – 1733)
Sonata XI e-Moll
Adagio e Cantabile – Corante Allegro – Largo – Giga Allegro

Sowie weitere Werke nach Absprache. Es besteht auch die Möglichkeit, Orgel- Solowerke zu spielen.

Referenten

Claudia Hoffmann und Roland Dopfer haben im Mai 2012 an der Orgel der Stadtkirche Bad Wimpfen Werke von Biber, Schmelzer und anonyme Werke der Kremsier-Sammlung aufgenommen. Einige dieser Werke sind auf der Repertoireliste für diesen Kurs.

Claudia Hoffmann

studierte moderne Violine in Freiburg im Breisgau und Barockvioline bei Michi Gaigg am conservatoire nationale de région in Straßbourg, am Koninklijk Conservatorium in Den Haag bei Sigiswald Kuijken und Ryo Terakado mit Konzertdiplom 1997 sowie extern an der Schola Cantorum Basiliensis bei Chiara Banchini.

2000 legte Claudia Hoffmann die europäische Ersteinspielung der Violinsonaten von Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerre vor, die bei Presse und Publikum großen Anklang fand. 2008 erschien bei Carpe Diem „Spirit meets pleasure – John come kiss me now“ mit englischer Musik aus „The Dancing Master“ und Werken von Matthew Locke.
Ihre Konzertauftritte beinhalten die Thüringer Bachwochen, Rheingau Musikfestival, Barockfestspiele Arolsen, Kultursommer Nordhessen, Ekhof-Festival Gotha, Festival Mitte Europa, Tavistock Festival (UK), Gruyères Festival (CH), Festival Bach de Lausanne 2007, Landshuter Hofmusiktage 2008.
Radio- und CD-Aufnahmen, Konzerte als Mitwirkende in verschiedenen Ensembles und Folkbands sowie Konzerte mit freier Improvisation ergänzen ihre Tätigkeit. Claudia Hoffmann ist Preisträgerin des Pan Celtic Festivals Kilkenny 2003 und Dozentin für Barockvioline des Festival de Gruyères und des Wittenberger Renaissancemusikfestivals.
Sie leitet zusammen mit Petra Burmann das Ensemble La Moresca in Leipzig/Halle.

www.la-moresca.de

Roland Dopfer

wurde im Allgäu geboren. Er studierte katholische Kirchenmusik an der Robert-Schumann-Musikhochschule Düsseldorf und erhielt im A-Examen für sein Orgelspiel eine besondere Auszeichnung. Diplomstudiengänge in den Fächern Orgel und Cembalo führten ihn an die Musikhochschule Köln. Zu seinen Lehrern gehörten die Organisten Margareta Hürholz, Martha Schuster, Nigel Allcoat und der Cembalist Gerald Hambitzer. Nach einem Studium in der Solistenklasse von Christoph Bossert an der Musikhochschule Trossingen legte Dopfer sein Konzertexamen im Fach Orgel ab.

Von 2005 bis 2013 war Roland Dopfer Kirchenmusiker des Erzbistums Köln mit Dienstsitz an der katholischen Basilika St. Laurentius in Wuppertal, in den Jahren 2012 und 2013 war er Lehrbeauftragter für Orgel an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Seit 2013 ist Roland Dopfer Dozent für die Fächer Alte Musik Orgel, Historische Orgelimprovisation, Orgelliteraturspiel und Orgelimprovisation an der Hochschule für Künste in Bremen.

Als Organist, Cembalist und Kammermusiker konzertiert er international und gibt Kurse in den Bereichen Interpretation, Continuopraxis und Improvisation. Er musiziert u. a. mit der Barockgeigerin Claudia Hoffmann, der Organistin Margareta Hürholz und dem Ensemble für Alte Musik Sir Moro. Zahlreiche CD-Aufnahmen entstanden für das Label ORGANUM CLASSICS sowie Fernsehproduktionen u. a. für ARD, ZDF und WDR (Deutschland) und IKON (Niederlande).

www.roland-dopfer.de